Eicher geht zur LGT
Text: stz.
LGT (Liechtenstein Global Trust), die bisher «vor allem mit Offshore-Kunden gross und reich geworden» sei, melde Ambitionen in der Schweiz an, berichtet insideparadeplatz.ch. Michael Eicher und seine Leute sollen nun die LGT auf die Landkarte in St.Gallen, Thurgau, dem Rheintal und dem Appenzellerland setzen.
Europa- und Schweiz-Chefin Sonia Gössi verlor offenbar die Contenance, als Eicher im Mai 2024 ohne Absprache mit ihr seine Mannschaft über seine Kündigung ins Bild setzte. Der Ostschweiz-Leiter war mit der Strategie der Ex-UBS-Bankerin nicht einverstanden (eine ihrer Order zielte ins Herz der Regionen. Die Relationship Manager mussten Kunden unter einer bestimmten Vermögensgrösse abtreten). Und: Ihr Grossbanken-Führungsstil kontrastierte mit dem legeren der einstigen Familienbank.
Gössi zitierte Eicher ins Headquarter nach Zürich, wo sie ihn gemäss insideparadeplatz.ch «wie einen Schuljungen» abkanzelte.
Nun plant die LGT, in St.Gallen einen neuen Standort für LGT Schweiz zu eröffnen.
Seine Bankier-Karriere startete Michael Eicher 1991 bei einer Privatbank. Nach Stationen bei verschiedenen Finanzinstituten wechselte er 2008 zu Julius Bär. Zwischenzeitlich bildete er sich zum eidg. dipl. Bankfachmann und eidg. dipl. Finanzplanungsexperten weiter und durchlief ein Executive-Programm der Swiss Banking School.
Bei Julius Bär war der gebürtige Luzerner und heutige Thurgauer für die Gründung und den Aufbau der Niederlassung St.Gallen verantwortlich, die 2008 eröffnet wurde. 2012 wurde Eicher zu dessen Leiter berufen, 2014 übernahm er zusätzlich die Leitung von Julius Bär in Kreuzlingen. 2020 schliesslich wurde er zum Leiter Ostschweiz befördert, zu der Region gehört auch Julius Bär in St.Moritz.