Silber zieht mit Gold mit – Edelmetallhändler spüren steigendes Interesse

Text: PD/stz.
«Die Nachfrage nach Silber ist seitens institutioneller Kunden und bei Kleinsparern in letzter Zeit explosionsartig angestiegen», sagt Christian Brenner, CEO des Edelmetallhandelsunternehmens Philoro Schweiz. «Silber erlebt gerade eine Renaissance», so Brenner. Die Umsätze mit Silber haben sich im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. «Weil Gold zunehmend teurer geworden ist, weichen Kleinanleger jetzt vermehrt auf Silber aus», erklärt Edelmetallexperte Christian Brenner.
Silber hat in letzter Zeit ähnlich gut performt wie Gold. Anfang April lag der Silberpreis bei 29.94 Franken pro Feinunze (Stand: 2. April 2025). In den vorausgehenden zwölf Monaten gab es eine gewisse Volatilität, die die komplexen Marktbedingungen widerspiegelt, welche den Silberpreis beeinflussen. Die Rendite im Jahresrückblick beträgt 25,7 Prozent. Seit dem Jahr 2000 hat Silber eine durchschnittliche Performance von 4,8 Prozent erreicht. Die höchste Performance hatte Silber im Jahr 2010 mit 65,3 Prozent Preisanstieg. Das zeigt, wie gross das Potenzial von Silber ist. «Die steigende industrielle Nachfrage bei sinkendem Angebot deutet auf einen langfristig steigenden Silberpreis hin», sagt Christian Brenner von Philoro.
Silber sehr knapp verfügbar
Der steigende Silberpreis ist unter anderem in der zunehmend akzentuierten Knappheit des Rohstoffes Silber begründet. Schon von 2021 bis 2024 gab es ein Silberdefizit. Derzeit können die oberirdischen Silberbestände dieses Defizit immer noch ausgleichen. Daten des Silberinstituts zeigen, dass der Nachschub von Silber von Jahr zu Jahr zurückgeht, weil jedes Jahr weniger neues Silber auf den Markt kommt – dies, obwohl die Menge an Recycling-Silber zunimmt. Da gleichzeitig die Nachfrage nach Silber stetig steigt, stellt sich die Frage, wie lange es noch genug Silber gibt.
Hohe industrielle Nachfrage
Ein Grund für die steigende Nachfrage nach Silber ist die breite industrielle Verwendung. Silber spielt eine entscheidende Rolle in verschiedenen Industriezweigen, insbesondere in der Elektronik, Photovoltaik und Medizintechnik. Die Elektronikindustrie nutzt Silber aufgrund seiner hervorragenden Leitfähigkeit in zahlreichen Geräten wie Smartphones, Tablets und Laptops.
In der Photovoltaik wird Silberpaste in etwa 90 Prozent aller Silizium-Solarzellen verwendet, um die Effizienz der Energieumwandlung zu erhöhen. Zudem nutzt die Automobilindustrie Silber in verschiedenen Komponenten, insbesondere in Elektrofahrzeugen. Auch die Zunahme von KI-Rechenzentren fördert den Bedarf nach elektronischen Bauteilen, in denen Silber enthalten ist. Hinzu kommt, dass Silber auch in der Rüstungsindustrie benötigt wird.
Silber aktuell unterbewertet
Ein wichtiger Indikator für Anleger ist die Gold-Silber-Ratio – das Verhältnis des Goldpreises zum Silberpreis. Aktuell liegt diese Kennzahl bei etwa 90:1, während der historische Durchschnitt bei 50:1 liegt. Dies deutet darauf hin, dass Silber im Vergleich zu Gold unterbewertet sein könnte und somit Potenzial für eine stärkere Wertentwicklung besitzt. Zusätzlich zeigt die historische Entwicklung, dass Phasen mit einer hohen Gold-Silber-Ratio oft von einem überproportionalen Anstieg des Silberpreises gefolgt wurden.
Zölle könnten auch Silber treffen
Der sich anbahnende Handelsstreit zwischen den USA und der EU könnte ebenfalls dazu führen, dass Silber teurer wird, weil das Edelmetall mit Zöllen belegt wird. Die EU plant als mögliche Gegenmassnahmen zu den US-Zöllen, Einfuhren auf Stahl und Aluminium höher zu besteuern. Hier läuft gerade eine öffentliche Beratung. Auf der Liste der betroffenen Produkte sind auch Silberbarren und Silberanlagemünzen.
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Silber in physischer Form beliebt
«Wer physisches Silber kauft, sichert sich gegen Inflation ab und profitiert langfristig von der steigenden Nachfrage», erklärt Edelmetallexperte Christian Brenner. «Gleichzeitig sind geopolitische Unsicherheiten und eine restriktivere Geldpolitik Faktoren, die Investoren verstärkt in Sachwerte wie Edelmetalle treiben», so der CEO von Philoro Schweiz.