Erholung in der MEM-Branche setzt sich fort

Die MEM-Branche setzt ihre Aufholjagd auch in der zweiten Jahreshälfte 2021 fort. Dies zeigt die neuste Quartalsbefragung der Swissmechanic-Mitgliedsunternehmen. Nach einer rekordverdächtigen Expansion der MEM-Exporte im zweiten Quartal, die teils auf einen Basiseffekt zurückzuführen ist, wuchsen die Ausfuhren im dritten Jahresviertel um beachtliche 14 Prozent.
Trendwende, aber Potenzial nach oben
Die im Juli vom Swissmechanic-Geschäftsklima-Index erfasste Trendwende hat sich bestätigt, dies nachdem der Index fast zwei Jahre lang im tiefroten Bereich geblieben war. Im Oktober 2021 beurteilten 73 Prozent der befragten KMU die Lage als eher oder sehr günstig. Dabei überwogen mit 59 Prozent die Unternehmen, die die Lage als «eher günstig» einschätzten, während nur gerade 14 Prozent die Lage als «sehr günstig» betrachteten. Das bedeutet, dass die MEM-Branche durchaus noch Entwicklungspotenzial nach oben hat.
Wichtigster Bremsfaktor sind derzeit die bereits vielfach angesprochenen Lieferketten-Probleme. Im Oktober haben 63 Prozent der befragten KMU angegeben, darunter zu leiden. Erst zögerlich bewegt sich der MEM-Arbeitsmarkt. Der Personalaufbau ist bisher bescheiden geblieben. Markant positiver sind die Trends bei den Auftragseingängen, Umsätzen und EBIT-Margen. Sie blieben nach dem ersten Halbjahr auch im dritten Quartal 2021 klar auf Expansionskurs.
Höhere Auslastung, günstigere Finanzlage
Optimistisch sind die Swissmechanic-Mitgliedsunternehmen für die nahe Zukunft. Im vierten Quartal erwarten sie höhere Auftragseingänge und Umsätze als im Vorjahresquartal. Es wird allerdings mit einer moderateren Beschleunigung als im Sommerhalbjahr gerechnet. Für 2022 sind die KMU-MEM zuversichtlich. 42 Prozent der Unternehmen wollen ihre Kapazitäten ausweiten, 57 Prozent unverändert lassen, und nur ein Prozent wollen reduzieren.
Hält die positive Auftragsdynamik an, drängt sich ein Kapazitätsaufbau auf, weil die Oktober-Auslastung im Branchenschnitt bereits bei 93 Prozent lag und damit über dem Vor-Corona-Niveau. Auf 19 Prozent reduziert hat sich der Anteil der Unternehmen, die wegen finanzieller Restriktionen Zukunftsinvestitionen nicht tätigen können. Vor einem Jahr lag diese Quote noch bei 31 Prozent.
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Kaum Produktionsverlagerungen, aber mehr Kooperationen
Offshoring (d.h. Produktionsverlagerungen vom In- ins Ausland) planen nächstes Jahr 4 Prozent der befragten MEM-Unternehmen – das Umgekehrte, also Reshoring, nur 2 Prozent. Für eine definitive Antwort ist es noch zu früh, aber auf Verlagerungsprozesse scheint Corona zumindest vorerst nur wenig Einfluss zu haben.
Was sich hingegen zunehmender Beliebtheit erfreut, sind Partnerschaften (z.B. im Einkauf), welche für 2022 mehr als jedes vierte MEM-Unternehmen anstrebt.
Swissmechanic mit Sitz in Weinfelden ist der führende Arbeitgeberverband der KMU in der MEM-Branche. Die 1400 angeschlossenen Betriebe beschäftigen mehr als 70’000 Mitarbeiter, davon 6000 Lehrlinge, und generieren ein jährliches Umsatzvolumen von rund 15 Milliarden Schweizer Franken. Die Dachorganisation Swissmechanic umfasst 15 selbstständige Sektionen, eine nationale Organisation und zusätzlich assoziierte Organisationen.