Wie Venture Kick Start-ups auf Erfolgskurs bringt

2024 hat Venture Kick 880 Gesuche geprüft und 6,7 Millionen Franken in 97 neue Start-up-Projekte investiert. Die Zahl der Gesuche ist im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent gestiegen und deckt eine breite Palette von Hightech-Bereichen ab: ICT, Biotech, Medtech, Cleantech, Elektronik, Materialien und Nanotechnologien.
«Gründer können über eine Million Franken Kapital plus Coaching gewinnen.»
Geld, Beratung, Vernetzung
Venture Kick kombiniert Finanzierung mit gezieltem Coaching und einem internationalen Investoren-Netzwerk. «Durch unser Drei-Phasen-Programm erhalten Gründer bis zu 150’000 Franken Startkapital. Wer erfolgreich abschneidet, kann sich zusätzlich für bis zu 850’000 Franken vom Kickfund und 150’000 Franken vom InnoBooster qualifizieren», sagt Beat Schillig.
Besonders wertvoll sind jedoch nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch die strategische Beratung und die internationale Vernetzung. «Wir sind zu einem vertrauenswürdigen «Label» geworden, welches Gründer mit den richtigen Investoren zusammenbringt und ihnen die Sichtbarkeit am Markt verschafft, die sie für ihren Erfolg benötigen», so Schillig.
Klare Auswahlkriterien für die Förderung
Die Auswahlkriterien für die Förderung sind klar definiert: Entscheidend sind Innovationskraft, Marktpotenzial und die Umsetzbarkeit des Geschäftsmodells. «Ein starkes Team ist essenziell. Wir suchen Gründer, die ihre Vision langfristig umsetzen und nicht nur Trends folgen», betont Schillig. Skalierbarkeit, Finanzierungsstrategie und erste Marktbelege wie Pilotkunden oder Patente spielen ebenfalls eine zentrale Rolle.
«Unsere Hauptaufgabe ist es, die Spitzenforschung und all die Patente, die an Schweizer Hochschulen entstehen, in Arbeitsplätze und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die grössten Herausforderungen unserer Gesellschaft umzuwandeln», sagt Beat Schillig.
Wandel in der Start-up-Landschaft
Über die Jahre hat sich die Art der geförderten Start-ups verändert. Während früher ein breiter Branchenmix dominierte, stehen heute Deep Tech, Life Sciences und Künstliche Intelligenz im Fokus.
«Rund die Hälfte der Start-ups kommt inzwischen aus dem Life-Sciences-Bereich, Cleantech macht etwa 20 Prozent aus», so Schillig. Automatisierung, Quantencomputing und Biotechnologie treiben diese Entwicklung zusätzlich an.
Steigende Nachfrage und zunehmender Wettbewerb
Die Nachfrage nach Venture Kick wächst stetig: 2024 gab es mit 880 Bewerbungen einen Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Innovationskraft von Schweizer Universitäten und Forschungseinrichtungen ist erstaunlich und bringt immer wieder überraschende technologische Durchbrüche hervor, welche ein gutes Kommerzialisierungspotenzial bergen. «Die Zahl der Bewerbungen steigt schneller als unsere Kapazitäten, was den Wettbewerb verschärft», sagt Beat Schillig.
Dass der Auswahlprozess funktioniert, zeigen zahlreiche Erfolgsgeschichten: BioVersys, ein ehemaliges Venture-Kick-Start-up, hat es 2025 an die Schweizer Börse geschafft und über 130 Millionen Franken Kapital eingesammelt. Weitere Alumni wie Climeworks, Mindmaze, Scandit oder Kandou zählen mittlerweile zu den Unicorns, also Start-ups, die einen Unternehmenswert von über einer Milliarde aufweisen. «Unser Ziel ist es, die vielversprechendsten Innovationen frühzeitig zu erkennen und auf den globalen Markt vorzubereiten», so Schillig.
Venturelab begleitet seine Start-ups zudem über das Finanzierungsprogramm hinaus mit internationalen Programmen wie Venture Leaders und Investor-Roadshows in Städten wie Boston, Silicon Valley und München, um ihnen den Marktzugang zu erleichtern.
Zukunftspläne und Chancen für die Ostschweiz
2025 will Venture Kick seine Unterstützung um 25 Prozent erhöhen; bis 2033 plant die Initiative, 3000 wissenschaftsbasierte Start-ups zu fördern und 100’000 Arbeitsplätze zu schaffen. «Diese Expansion macht Venture Kick noch wettbewerbsintensiver, aber auch noch wertvoller für ambitionierte Gründer», sagt Beat Schillig.
Auch Start-ups aus der Ostschweiz sind eingeladen, sich für das Programm zu bewerben und von der einzigartigen Kombination aus Finanzierung, Coaching und Vernetzung zu profitieren.
Ostschweizer Start-ups aus dem Venture-Kick-Programm
Die folgenden Start-ups aus der Ostschweiz wurden von Venture Kick unterstützt:
- Matriq AG (St.Gallen)
- Catchfree AG (Appenzell)
- Raumpioniere AG (St.Gallen)
- Galventa AG (St.Gallen)
- Kasparund AG (St.Gallen)
- SurroundPower GmbH (St.Gallen)
- Intonate GmbH (Jona)
- WeNurse AG (Schönenberg an der Thur)
- Ocumeda AG (Riedt bei Erlen)
- Vigilitech AG (Heiden)
Die philanthropische Initiative Venture Kick der St.Galler Venturelab AG stellt Schweizer Start-ups eine Startfinanzierung von bis zu 150’000 Franken zur Verfügung und bietet einen gut strukturierten unternehmerischen Weg zum Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens. Die Start-ups treten in drei Phasen vor Expertenjurys an, um eine Finanzierung zu erhalten. Sie erhalten direktes Feedback und Zugang zu einem internationalen Netzwerk von 200 erfolgreichen Unternehmern und Investoren. Die Gewinner von Venture Kick haben zudem Aussicht auf eine Investition von 850’000 Franken von Kickfund und ein InnoBooster-Stipendium von 150’000 Franken.
Dass dieses Modell erfolgreich ist, bestätigt die «Financial Times»: In der zweiten Ausgabe von «Europe’s Leading Start-up Hubs» gehört Venture Kick zu den besten Start-up-Förderprogrammen Europas und belegt Platz 6. Insgesamt sind sieben der 150 führenden Start-up-Förderer in Europa in der Schweiz ansässig.
Text: Patrick Stämpfli
Bild: zVg