«Der LEADER Digital Award rückt kreative Ansätze ins Rampenlicht»
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Janine Brühwiler, was macht für Sie den LEADER Digital Award besonders?
Dass digitale Projekte ausgezeichnet werden, die nicht nur visionär sind, sondern auch einen konkreten Mehrwert für die Ostschweiz schaffen. Der Award bietet eine einzigartige Plattform, um diese Vorbilder zu würdigen und den digitalen Wandel in der Region sichtbar zu machen.
Sie waren viele Jahre beim Startnetzwerk Thurgau aktiv. Wie hat diese Erfahrung Ihre Perspektive auf Innovation und Digitalisierung geprägt?
Durch den engen Austausch mit Gründern habe ich gelernt, wie wichtig Mut, Kreativität und Agilität sind, um neue Ideen voranzutreiben. Das Verständnis, dass Digitalisierung nicht nur Technologie, sondern vor allem auch eine Kulturfrage ist, hat mich nachhaltig beeinflusst und begleitet mich auch bei meiner aktuellen Tätigkeit.
Welche Kriterien sind Ihnen als Jurymitglied beim LEADER Digital Award besonders wichtig?
Dass die Projekte einen klar erkennbaren Mehrwert schaffen – sei es für die Gesellschaft, Unternehmen oder die Region. Es geht darum, dass die Lösungen nicht nur technisch spannend sind, sondern auch nachhaltig und praxisorientiert umge-setzt werden. Zudem interessiert mich, wie innovativ das Projekt im Vergleich zu bestehenden Lösungen ist und ob es langfristig Potenzial hat. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich, wie das Projekt den Faktor Mensch in den digitalen Wandel integriert, sei es durch Nutzerfreundlichkeit, Teamarbeit oder die Einbindung verschiedener Stakeholder.
«Wichtig ist, dass die Projekte einen klar erkennbaren Mehrwert schaffen.»
Und wie sehen Sie die aktuelle Digitalisierungslage in der Ostschweiz?
Unsere Digitalisierungslage zu beurteilen, ist nicht ganz einfach, da sie von einer Vielzahl an Branchen, Unternehmen und Initiativen geprägt ist, die sich in unterschiedlichen Stadien der digitalen Transformation befinden. Was ich jedoch wahrnehme, ist, dass in der Region viel Potenzial vorhanden ist – sei es durch innovative KMU, starke Bildungsinstitutionen oder engagierte Netzwerke. Eine der grössten Herausforderungen ist sicherlich, dass viele Unternehmen noch mit den Grundlagen der Digitalisierung kämpfen, sei es in der IT-Infrastruktur, bei digitalen Geschäftsmodellen oder in der Unternehmenskultur. Aber gerade darin liegt auch eine Chance.
Was erwarten Sie von den Teilnehmern des LDA 2025?
Vor allem Mut – den Mut, neue und vielleicht auch unkonventionelle Wege zu gehen, um mit digitalen Lösungen echte Veränderung zu bewirken. Dabei müssen die Lösungen nicht perfekt sein – entscheidend ist, dass sie innovativ und zukunftsorientiert sind.
Gibt es Themen, die in diesem Jahr besonders relevant sind?
2025 wird von einigen Megatrends geprägt sein, die auch für die Projekte des LDA relevant sind. Dazu gehören Künstliche Intelligenz und deren verantwortungsvoller Einsatz oder innovative Ansätze für die Arbeitswelt der Zukunft, etwa durch digitale Transformation in der Zusammenarbeit. Auch Cybersecurity und Datenschutz gewinnen weiterhin an Bedeutung. Ein weiterer Trend, der meiner Meinung nach relevant ist, ist die regionale Perspektive: Wie können digitale Lösungen die Wirtschaft und das Leben in der Ostschweiz stärken? Ich hoffe, dass sich Projekte mit diesen Fragen beschäftigen.
«Die Digitalisierung wird künftig stärker vernetzt und integrativer gestaltet sein.»
Inwiefern können Wettbewerbe wie der LEADER Digital Award die Digitalisierung in Unternehmen vorantreiben?
Solche Wettbewerbe sind Inspirationsquelle und machen Best Practices sichtbar. Sie bieten eine Plattform, um innovative Projekte zu präsentieren und zu würdigen. Der LDA rückt erfolgreiche Beispiele und kreative Ansätze ins Rampenlicht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vernetzung: Durch den Wettbewerb entstehen neue Kontakte und Kooperationen zwischen Unternehmen, Start-ups und anderen Akteuren, die gemeinsam die Digitalisierung voranbringen können.
Welche Rolle spielen denn Netzwerke und Kooperationen bei der Förderung digitaler Projekte?
Eine zentrale Rolle. Die Digitalisierung ist oft so komplex und vielschichtig, dass sie nur durch Zusammenarbeit verschiedener Akteure wirklich erfolgreich vorangetrieben werden kann. Kooperationen ermöglichen es, unterschiedliche Kompetenzen zu bündeln, Synergien zu schaffen und Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Besonders wichtig ist dabei, dass Netzwerke nicht nur Unternehmen, sondern auch Start-ups, Bildungseinrichtungen und die öffentliche Hand einbinden, um ein ganzheitliches Innovationsökosystem zu schaffen.
Als Jurymitglied möchten Sie …
… primär dazu beitragen, dass innovative Projekte und digitale Initiativen in der Ostschweiz die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen. Durch meine Bewertung möchte ich nicht nur die besten Ideen würdigen, sondern auch denjenigen helfen, die vielleicht noch vor Herausforderungen stehen, um ihre Projekte weiterzuentwickeln. Es geht mir darum, das Bewusstsein für die Bedeutung der digitalen Transformation zu schärfen und einen Raum für den Austausch von Wissen und Erfahrungen zu schaffen.
Ein Blick in die Zukunft: Wie könnte die Digitalisierung in der Ostschweiz in fünf Jahren aussehen? Und welche Rolle könnte der LEADER Digital Award dabei spielen?
In fünf Jahren wird die Digitalisierung in der Ostschweiz deutlich stärker vernetzt und integrativer gestaltet sein. Wir werden wahrscheinlich eine breitere Nutzung von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Big Data erleben, nicht nur in grossen Unternehmen, sondern auch in kleinen und mittleren Betrieben. Der LDA könnte als Katalysator für Netzwerke und Kooperationen wirken, die den Austausch von Wissen und Ressourcen fördern. Er kann eine treibende Kraft für eine noch stärker vernetzte Region sein, in der Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen gemeinsam an Lösungen für die digitale Zukunft arbeiten. Letztlich könnte der LDA dazu beitragen, dass die Ostschweiz noch stärker als Innovationsstandort wahrgenommen wird – als Region, die nicht nur digitalisiert, sondern den digitalen Wandel aktiv gestaltet.
Save the Date
Reservieren Sie sich bereits jetzt den Abend vom 8. Mai 2025 für die LEADER Digital Award Night im Einstein Congress St.Gallen. Über den Link gelangen Sie direkt zur Ticket-Bestellung.
Die weiteren Jury-Mitglieder
- Max Bieri, Strategische Projekte START Global, St.Gallen
- Peter Gassmann, Leiter Solution Engineering Abraxas
- Thomas Hutter, CEO Hutter Consult AG
- Pascale Ineichen, Leiterin Wirtschaftspolitik und Kommunikation, IHK Thurgau
- Michael Koch, Partner Agentur Koch
- Michèle Mégroz, Vorstandsmitglied <IT>rockt! und Geschäftsführerin CSP AG
- Thomas Merz, Prorektor Pädagogische Hochschule Thurgau
- Daniel Müller, Leiter Standortförderung Kanton St.Gallen
- Peter Müller, CEO Gallus Media AG
- Daniel Niklaus, Webpionier und Inhaber Netlive IT AG
- Martin Oswald, Verlagsleiter Regionalmedien Galledia
- Patric Preite, CEO Interactive Friends
- Diego Probst, Leiter Startup-Förderung SIP Ost
- Marcel Räpple, Leiter Wirtschaftsförderung Kanton Thurgau
- Adrian Rufener, Anwalt und Wegbereiter Digitalisierung Schweizer Anwaltschaft
- Franziska Ryser, Nationalrätin SG/Grüne
- Alessandro Sgro, Chief Investment Officer Cronberg AG
- Philipp Landmark (Jury-Koordinator), Kommunikationsberater, Landmark Media
Text: Patrick Stämpfli
Bild: Marlies Beeler-Thurnheer